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Wie werde ich Segelflieger

So mancher wird, wenn er Segelflugzeuge lautlos am Himmel kreisen sieht, den Wunsch haben, auch einmal mitzufliegen und die Schönheiten der Landschaft von oben zu genießen.

Dieser Traum ist leichter zu erfüllen, als man glaubt. Nach einer gewissen Ausbildungszeit kann man bereits alleine im Cockpit eines Segelflugzeuges sitzen und tolle Flugerlebnisse haben.

Eine Brille ist kein Hindernis!

Die Ausbildung zum Segelflieger oder zur Segelfliegerin beginnt mit einem Besuch beim Fliegerarzt. Dieser macht übrigens keinen Jetpiloten-Test, er prüft lediglich, ob nach der gesundheitlichen Verfassung des Untersuchten Bedenken bestehen, diesen ein Segelflugzeug führen zu lassen. Welcher Arzt aus der näheren Umgebung fliegerärztliche Untersuchungen durchführt, erfährt man in unserem Verein. Die Sache ist halb so schlimm, wie sie sich anhört! Es gibt sehr wenige Einschränkungen in gesundheitlicher Hinsicht.

Ein bißchen Papierkrieg gehört auch dazu

Auch in der Fliegerei gibt es bürokratische Vorschriften. Gesetzlich vorgeschrieben ist z.B. daß das Fliegerärztliche Tauglichkeitszeugnis dem ausbildenden Verein eingereicht werden muß, genauso wie - bei Minderjährigen - eine Zustimmungserklärung der gesetzlichen Vertreter. Hinzu kommen noch vereinsinterne Papiere wie Beitrittserklärung und Versicherungsbelehrung.

Jetzt geht's los - Die Praxis kann beginnen

Auf einem doppelsitzigen Schulflugzeug (bei uns ASK 21) lernt der Flugschüler zunächst einmal die Grundkenntnisse des Fliegens: die Handhabung des Flugzeugs am Boden, die Ruderwirkungen, Geradeausflug, Kurvenflug und immer wieder Start und Landung. Der Fluglehrer (der Segelflug-Verein Weißenburg hat 6 Fluglehrer) fliegt dabei auf dem hinteren Sitz mit, demonstriert am Anfang, läßt den Flugschüler zunehmend allein wirken, verbessert nur noch dann und wann, bis er schließlich gar nichts mehr zu tun braucht und der Flugschüler, je nach persönlichem Einsatz und individueller Begabung, der eine früher, der andere später, allein fliegen kann (A-Prüfung).

Dieser erste Alleinflug ist für jeden Piloten ein ganz besonderes Erlebnis, das hier nur kläglich beschrieben werden könnte. Wenden wir uns deshalb dem weiteren Ausbildungsgang zu. Nach weiteren Alleinflügen lernt der Flugschüler Besonderheiten im Landeanflug, übt steilere Kreise, Kurvenwechsel, Schnellflug und beendet diesen Teil seiner Ausbildung mit der B-Prüfung.
Bevor die C-Prüfung abgelegt wird, lernt der Schüler die wichtigsten Kniffe für das Fliegen in der Thermik und für spätere Überlandflüge: Das Finden und Ausnützen von Aufwinden ist die Grundlage für die Einweisung in den Streckensegelflug. Ein wichtiger Teil der Ausbildung ist das Üben von besonderen Flugzuständen und das Verhalten bei Notfällen. Mit dem Fluglehrer werden auch die Navigation sowie das sichere Landen auf unbekanntem Gelände (z.B. ein Acker) oder auf einem anderen Flugplatz praktiziert.
Den krönenden Abschluß der praktischen Ausbildung stellt ein 50 km Überlandflug (z.B. von Weißenburg, über Eichstätt, Greding wieder nach Weißenburg) dar, den der Schüler selbständig vorbereiten und durchführen muß. Insgesamt absolviert ein(e) Schüler(in) mindestens 30 Flugstunden während der Ausbildung.

Theoretischer Unterricht im Winter

Parallel zur praktischen Ausbildung wird in den Wintermonaten auch der theoretische Unterricht abgehalten, denn bis zur Prüfung müssen mindestens 60 Unterrichtsstunden in den Fächern

Luftrecht, Navigation, Meteorologie, Technik und Verhalten in besonderen Fällen nachgewiesen werden.

Auch ein Funksprechzeugnis für den deutschsprachigen Funkverkehr (ein englischsprachiges Funksprechzeugnis ist für Segelflieger nicht erforderlich) muß noch abgelegt werden, bevor man sich zur theoretischen und praktischen Prüfung anmelden kann, die in unserem Verein vom Luftamt Nordbayern, in Nürnberg abgenommen wird. Nach bestandener Prüfung erhält der stolze Prüfling seinen Privatpilotenschein für Segelflieger (PPL-C).

Ausbildung im Verein

Nichts wäre illusorischer, als zu behaupten, die ganze Ausbildung verliefe im Handumdrehen.
Bei der Schulung in einem Verein stehen in der Regel ja nur die Wochenenden und Feiertage zur Verfügung. Die Ausbildung im Verein ist also etwas zeitintensiver, was aber nicht unbedingt von Nachteil ist, wenn man bedenkt, was im Verein noch geboten wird: Mit Sicherheit einiges an Gemeinsamkeit, Geselligkeit und Teamgeist, aber auch die mögliche Erweiterung der Allgemeinbildung und die Vermittlung praktischer Handfertigkeiten, die nicht ausschließlich nur beim Segelfliegen von Nutzen sein müssen. Im Verein ist außerdem die gesamte Tätigkeit der Fluglehrer ehrenamtlich, so daß hieraus keine zusätzlichen Kosten entstehen.

Ausbildung in Flugschulen

In Deutschland wird die Segelflugausbildung zum größten Teil in den Vereinen durchgeführt. Zügiger, allerdings wesentlich teurer, verläuft die Flugausbildung an einer Reihe von Flugschulen, an denen während der ganzen Saison von Frühjahr bis Herbst fast täglich geflogen werden kann. In etwa zwei bis drei Wochen kann man es dort zum ersten Alleinflug bringen. Stellvertretend für die acht deutschen Segelflugschulen sei hier genannt: Segelflugschule Burg Feuerstein bei Ebermannstadt

Muß man sich ein Flugzeug kaufen?

Nein, da der Verein seinen Mitgliedern entsprechend dem Ausbildungsstand das geeignete Flugzeug zur Verfügung stellt.

...und was kostet das alles?

Segelfliegen gilt leider viel zu oft als teure, elitäre Sportart.
Im Gegensatz zu der oft geäußerten Meinung ist der Segelflug - wie übrigens der gesamte Luftsport - keine Tummelwiese für Playboys, kein Privileg für bestimmte soziale Schichten und ganz bestimmt kein Statussymbol für solche, die irgendwie "in" sein wollen.
Im Gegenteil, der Segelflug wird von den unterschiedlichsten sozialen Gruppen und Altersstufen ausgeübt.

Was kostet das Segelfliegen genau?

Das ist, wie bei den meisten Sportarten, von Verein zu Verein unterschiedlich. Für den Segelflug-Verein Weißenburg e.V. gilt:

Mitgliedsbeitrag:

Der Mitgliedsbeitrag beträgt 102 EUR pro Jahr.

Aufnahmegebühr:

entfällt

Startgebühren:

Für den Windenstart und je nach Flugdauer ist eine geringe Gebühr zu entrichten.
Für Flüge mit Fluglehrer entstehen keine zusätzlichen Kosten, da alle Fluglehrer ehrenamtlich tätig sind.

Arbeitsstunden:

Als Arbeitsstunden zählen z.B. Werkstattstunden, die vor allem bei der Winterüberholung der Flugzeuge geleistet werden.Wie bereits oben erwähnt, wird durch die geleisteten Arbeitsstunden ein kostengünstiges Fliegen ermöglicht. Fehlende Arbeitsstunden werden durch entsprechend höhere Flugzeitgebühren ausgeglichen.

Wann wird geflogen?

Der Flugbetrieb findet an den Wochenenden und Feiertagen in den Monaten April bis Oktober statt.

...gibt es weitere Voraussetzungen?

Das vorgeschriebene Mindestalter für den Beginn der Segelflugausbildung ist 14 Jahre; Minderjährige brauchen die Zustimmung beider Elternteile.

Schulungsbeginn: jederzeit!

Wenn diese Punkte und die bereits erwähnte fliegerärztliche Tauglichkeit erfüllt sind, kann mit der Segelflugausbildung grundsätzlich jederzeit begonnen werden, meistens fängt man jedoch im Frühjahr damit an.

Weitere Informationen über die Segelflugausbildung im SFV Weißenburg e.V. erteilen gerne:
1. Vorstand und Ausbildungsleiter sowie alle anderen Flieger des Vereins.

Auf dem Flugplatz Weißenburg ist auch jederzeit die Möglichkeit gegeben, den Segelflug unverbindlich mal in der Praxis kennenzulernen. Kommen Sie doch einfach einmal vorbei!